Begriffsdefinition "Tracht"

Traditionell am ersten Wiesnsonntag findet der grosse Trachten-
und Schützenumzug statt.
Er zeigt mit über 150 verschiedenen Gruppen und seinen fast
9.000 Teilnehmern einen Teil der enormen Vielfalt der Brauchtumspflege.
Organisiert wird dieses jährliche Highlight des Oktoberfests
vom "Festring München e.V."
Traditionelles
bewahren
Dass eine Trachtenkultur in der Form überhaupt noch existiert,
ist den vielen Heimat- und Brauchtums- Pflegern in Bayern, Deutschland
und den Nachbar- Ländern zu verdanken.
In Hunderten von Vereinen wahren die Mitglieder die Brauchtümer
ihrer Region. Dazu gehört neben den althergebrachten Trachten
die Pflege alter Traditionen, wie (Volks-) Tänze, Handwerkskunst
und natürlich den ortsüblichen Dialekt.
Traditionelle Trachten
Klassische Trachten der Heimatpflege-Vereine wirken für Aussenstehende
manchmal etwas merkwürdig. Das kommt unter anderem daher, dass
sie die Mode und Gepflogenheiten der damaligen Zeiten widerspiegeln.
Trachtenvereine
Trachtenvereine bewahren und pflegen das Althergebrachte. Dabei
wird viel Wert auf Authentizität gelegt. Und das ist auch gut
so, denn ohne sie wären Trachten schon längst vergessen.
Schliesslich sollte man nicht vergessen, dass die Tracht nach unserem
heutigen Verständnis schon fast nicht mehr getragen wurde,
als sich die ersten Trachtenvereine gründeten.
Und so schauen Heimatpfleger manchmal mit einem skeptischen Blick
auf das, was die Modeindustrie jährlich an Neuheiten im Trachtenbereich
herausbringen.
Was versteht man also unter "Tracht"?
Beim alljährlichen Trachtenumzug trifft man die unterschiedlichsten
Vereine aus ganz Deutschland und seinen Nachbarländern. Zwei
Stunden begegnet man einer Fülle an unterschiedlichen Kleidern,
Hosen, Tüchern und Hauben. Das alles sind (regionale) Trachten.
Fragt man jedoch einen Nicht-Bayern, so fällt ihm beim Thema
"Tracht" nicht etwa die eigene Regionaltracht ein, sondern
zumeist Dirndl und Lederhosen.
Wie kein anderes Land steht Bayern für seine trachtige Kleidung.
Dazu beigetragen hat sicherlich, dass manches (Trachten)Stück
(wie z.B. der "Hosenlatz") hier auch seinen Ursprung hatte,
bevor es sich in der Kleidung anderer Länder und Bevölkerungsgruppen
etablierte.
Im Alltag etabliert
Ein anderer Grund ist die Selbstverständlichkeit, mit der der
Tracht in Bayern begegnet wird. Sie nimmt keine Sonderstellung ein,
sondern hat sich einfach in den Alltag integriert. Etwas, was der
eigentliche Wesenszug einer Tracht ist. Denn eines ist sicher. Eine
Tracht, die niemand mehr im Alltag trägt, wandelt sich auch
nicht mehr mit der Mode und ist folglich tot.
Und dies ist sicherlich das Grundlegende das Bayern in den Augen
anderer Regionen ausmacht. So sehr die Tracht in anderen Gegenden
ausgegrenzt wird, desto mehr wird gestaunt, wie modern und selbstverständlich
hier mit Dirndl & Co. umgegangen wird.
Wie der Bayer denn dann auch gerne selbstbewusst behauptet...
"Mit einer Lederhose oder einem Dirndl ist man immer richtig
gekleidet."

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